Festgeldkonto oder Tagesgeldkonto – was ist besser?
Viele Anleger von Sparguthaben stellen sich immer wieder die Frage: Welches ist die bessere und – vor allem – die passendere Anlageform für mich: Festgeld oder Tagesgeld ?
Dass sich diese Frage nicht pauschal für alle Sparer gleichermaßen beantworten lässt, ergibt sich aufgrund der persönlichen und situativen Unterschiede von selbst. Daher soll in diesem Text ein objektiver Überblick über beide Anlageformen mit den jeweiligen Vor- und Nachteilen gegeben und die jeweiligen Eigenschaften derer vorgestellt werden. Danach muss jeder Anleger für sich selbst entscheiden, ob für ihn Festgeld oder Tagesgeld die bessere Anlageform darstellt.
Grundsätzlich gemein sind beiden Anlageformen, Festgeldkonto oder Tagesgeldkonto, dass der Sparer seiner Bank eine Summe seines Geldes zur Verfügung stellt und dafür von der Bank einen Obolus, nämlich Zinsen, bekommt.
Anlagedauer
Bei der Dauer der Anlage ergeben sich beim Festgeldkonto oder Tagesgeldkonto aber Unterschiede. Das Festgeld wird, wie es der Name schon sagt, für einen festen, vorab vereinbarten Zeitraum, angelegt. Damit hat die Bank einen fixierten Geldbetrag für eine gewisse Zeit gesichert und kann mit diesem Geld arbeiten, zum Beispiel ihrerseits Kredite vergeben. Diese Planungssicherheit der Bank kommt dem Anleger zugute, indem er für sein Geld etwas höhere Zinsen bekommt, als wenn der sein Geld auf einem Tagesgeldkonto angelegt hätte.
Die Differenz der jeweiligen Zinssätze liegt momentan bei ungefähr einem halben Prozentpunkt. Das hört sich nicht viel an, aber wenn der Anleger einen Betrag sicher für einen fixen Zeitraum anlegen möchte, sollte er sich für Festgeld entscheiden.
Ein großer Unterschied beim Vergleich Festgeld oder Tagesgeld besteht somit in der Verfügbarkeit der angelegten Geldsumme: wer sich absolut sicher ist, dass er einen festen Zeitraum auf das Geld verzichten kann, sollte sich dafür entscheiden, ein Festgeldkonto zu eröffnen und somit von den etwas höheren Zinsen profitieren. Wer jedoch eine Summe Geld für eine unbestimmte Dauer parken möchte und sich nicht sicher ist, wann er das Geld oder einen Teil der Summe benötigt, ist sicherlich mit einem Tagesgeldkonto besser beraten.
Flexibler Zins versus fester Zins
Ein weiteres Argument für oder wider einem Festgeldkonto oder Tagesgeldkonto ist, dass auch der Anleger eine Planungssicherheit erhält, wenn er sich für Festgeld entscheidet. Beim Festgeld ist der zu erwartende Zins für die Anlage vorab bekannt und somit ist diese Anlage sicher gegen Schwankungen des Geldmarktes. Beim Tagesgeld hat der Sparer diese Sicherheit nicht wirklich: die Bank kann den Zins den üblichen Marktschwankungen anpassen: nach oben wie nach unten. Das heißt, dass allerdings auch der Kunde die Möglichkeit hat, auf eben diese Marktschwankungen zu reagieren und die jeweils optimale Anlageform zu wählen.
Beim Festgeld hat er diese Möglichkeit nicht oder nur mit erheblichen Einbußen, denn bei vorzeitiger Kündigung eines Festgeld Kontos berechnet die Bank mittlerweile erhebliche Gebühren für den Abbruch des Investments. Daher aufpassen, dass man ehrlich prüft, ob man wirklich auf das Geld beim Festgeldkonto komplett für die ganze Anlagedauer verzichten kann. Nur so bekommt der Sparer den gesamten Zins ausbezahlt.
Fazit
Jeder Anleger muss die Unterschiede in den Anlageformen Festgeldkonto oder Tagesgeldkonto kennen, bevor er eine endgültige Entscheidung trifft. Die Kriterien hierbei sind, die geplante Anlagedauer, der mindestens erwartete Zinssatz für sein Investment, seine Bereitschaft, für eine feste Zeitdauer auf sein Geld zu verzichten und die persönliche Einschätzung, ob sich die Marktzinsen in näherer Zukunft positiv oder negativ für ihn verändern werden. Danach kann eine objektive Entscheidung getroffen werden und die Frage Festgeld oder Tagesgeld wird gelöst sein. Ganz egal allerdings für welche der Alternativen Festgeldkonto oder Tagesgeldkonto man sich aber entscheidet: beide Anlageformen bieten attraktive Zinsen und sind allemal besser, als die Anlage auf einem normalen, deutschen Sparbuch.